Wie funktioniert eine Photovoltaikanlage?
Eine Photovoltaikanlage wandelt Sonnenlicht in Strom um. Diesen Strom können Sie im Haus nutzen, in einem passenden Speicher für später aufbewahren oder ins öffentliche Netz einspeisen. Damit das funktioniert, arbeiten mehrere Bausteine zusammen.
Vom Sonnenlicht zum Strom im Haus
Auf dem Dach befinden sich die PV-Module. In Ihnen sind viele Solarzellen miteinander verbunden. Sie bestehen aus einem Halbleitermaterial, meist Silizium, das unter Lichteinwirkung elektrische Energie bereitstellt. Das ist Photovoltaik. Solarthermie nutzt Sonnenenergie dagegen zur Wärmegewinnung.
Die Module erzeugen Gleichstrom. Der Wechselrichter wandelt ihn in Wechselstrom um, wie er im Hausnetz genutzt wird. Er übernimmt damit eine andere Aufgabe als die Module: Er macht ihre elektrische Energie für die angeschlossenen Verbraucher und das Stromnetz nutzbar. Zum vollständigen System gehören außerdem Befestigung, Leitungen, Schutztechnik und Messung.
Wohin fließt der erzeugte Strom?
Bei einer typischen Hausanlage mit Eigenverbrauch wird Solarstrom zunächst dort genutzt, wo Strom benötigt wird - beispielsweise für Kühlschrank, Computer oder Waschmaschine. Ein Speicher ist für diesen direkten Verbrauch nicht erforderlich.
Bleibt ein Überschuss, kann ein vorhandener Speicher Energie aufnehmen und zwischenspeichern. Was danach übrig bleibt, kann ins Netz fließen. Reicht die Erzeugung nicht aus, ergänzen ein nutzbarer Speicher oder das öffentliche Netz die Versorgung. Die genaue Aufteilung hängt von der Anlage, ihrer Regelung und dem aktuellen Bedarf ab.
Funktioniert Photovoltaik auch bei Wolken?
Ja. Neben direktem Sonnenlicht erreicht auch gestreutes Licht die Module. Deshalb kann eine PV-Anlage bei bedecktem Himmel Strom erzeugen, in der Regel allerdings weniger als bei kräftiger Sonneneinstrahlung. Standort, Tageszeit, Jahreszeit und Wetter verändern das Energieangebot. Nachts steht kein Sonnenlicht zur Stromerzeugung bereit.
Speicher und Ersatzstrom sind Ergänzungen
Ein Speicher verschiebt einen Teil der erzeugten Energie auf einen späteren Zeitpunkt. Er vergrößert aber nicht die Stromerzeugung der Module. Ob er für Ihr Zuhause sinnvoll ist, hängt von Erzeugung, Verbrauch und gewünschter Nutzung ab.
Auch bei vorhandenem Speicher läuft das Haus während eines Netzausfalls nicht automatisch weiter. Eine Notstrom/Ersatzstrom-Funktion benötigt ein dafür ausgelegtes System.
Aus den Bausteinen wird Ihre Anlage
Bei NB Concept betrachten wir Dach, Stromverbrauch und mögliche spätere Veränderungen gemeinsam. Daraus entsteht eine Planung, bei der Module, Wechselrichter, Speicher und weitere Verbraucher zusammenpassen.
Ist mein Dach für eine Photovoltaikanlage geeignet?
Ein geeignetes Dach muss Sonnenenergie sinnvoll nutzbar machen und die Anlage dauerhaft sicher tragen können. Ausrichtung und Fläche sind deshalb nur ein Teil der Antwort. Ebenso wichtig sind Verschattung, Dachaufbau, Zustand und die passende Befestigung.
Es muss nicht immer ein Süddach sein
Auch Ost- und Westdächer können für Photovoltaik interessant sein. Eine flach geneigte Nordfläche ist ebenfalls nicht automatisch ausgeschlossen. Wie gut eine Fläche geeignet ist, hängt unter anderem von Standort, Neigung und Verschattung ab. Die Himmelsrichtung allein entscheidet nicht über den Nutzen.
Für die Ertragseinschätzung werden die Dachflächen einzeln betrachtet. Werkzeuge wie PVGIS berücksichtigen unter anderem Standort, Ausrichtung und Neigung. Eine solche Berechnung beantwortet jedoch keine Frage zur Tragfähigkeit Ihres Dachs.
Wie stark ist das Dach verschattet?
Bäume, Nachbargebäude, Gauben und Schornsteine können einzelne Bereiche zeitweise verschatten. Wichtig ist, welche Module betroffen sind und wie sich der Schatten im Tages- und Jahresverlauf verändert.
Eine passende Belegung und geeignete Wechselrichtertechnik können die Auswirkungen begrenzen. Sie ersetzen aber nicht das fehlende Licht. Ein Herstellerbeispiel für den technischen Umgang mit Teilverschattung sind Tigo Moduloptimierer. Daraus folgt keine pauschale Empfehlung für zusätzliche Optimierer oder eine bestimmte Marke.
Dachzustand und Tragfähigkeit gehören zusammen
Vor einer Belegung betrachten wir, wie das Dach aufgebaut ist, welchen Zustand Deckung beziehungsweise Abdichtung haben und ob eine Sanierung absehbar ist. Eine PV-Anlage sollte in diese Überlegungen einbezogen werden, damit Dacharbeiten und Anlagenplanung zusammenpassen.
Zusätzlich müssen Tragwerk und Befestigung die auftretenden Lasten aufnehmen können. Dabei zählen nicht nur Module und Unterkonstruktion, sondern auch Wind und Schnee. Eine Berechnung des Montagesystems ersetzt keinen Nachweis für das Gebäude.
Was ist bei einem Flachdach anders?
Auf einem Flachdach bestimmt das Montagesystem die Aufstellung der Module. Je nach Lösung und Gebäude kommen beispielsweise eine Befestigung am Bauwerk oder zusätzliche Gewichte zur Sicherung infrage. Solche Gewichte werden Ballastierung genannt.
Dadurch entsteht zusätzlicher Abstimmungsbedarf mit Tragfähigkeit, Dachabdichtung, Entwässerung und zugänglichen Wartungsbereichen. Die rechnerisch verfügbare Dachfläche lässt sich deshalb nicht einfach lückenlos mit Modulen füllen.
Zwei ähnliche Dächer können unterschiedliche Antworten liefern
Stellen Sie sich zwei gleich große, gleich ausgerichtete Dächer vor. Bei einem sind Zustand und Tragfähigkeit geklärt, die Fläche ist weitgehend frei. Beim anderen ist eine Sanierung geplant und ein Baum verschattet einen Teil des Dachs. Eine vergleichbare Fläche führt hier nicht automatisch zur gleichen Anlagenplanung.
Bei Asbest ist zuerst die Materialfrage zu klären
Auf Asbestzementdächern ist die Montage von Solaranlagen nach der veröffentlichten Behördeninformation verboten. Bei entsprechendem Verdacht muss daher vor der Planung fachkundig geklärt werden, welches Material vorhanden ist und wie weiter vorzugehen ist. Bitte keine eigenen Bohrungen oder Probenahmen durchführen. Asbestfreier Faserzement ist davon zu unterscheiden.
So wird aus einer ersten Idee eine belastbare Einschätzung
Vorhandene Bauunterlagen und sicher vom Boden aus aufgenommene Fotos und zusätzliche Drohnenaufnahmen helfen beim Einstieg. Sie ersetzen keine erforderliche Prüfung vor Ort. Bei NB Concept führen wir Dach, Verbrauch und Ihre Wünsche zu einer gemeinsamen Planungsgrundlage zusammen. Notwendige Fachprüfungen werden dabei berücksichtigt.
Wie groß sollte meine PV-Anlage sein?
Die passende PV-Anlage entsteht aus dem Zusammenspiel von nutzbarer Dachfläche, Strombedarf, Zukunftsplänen und technischen Möglichkeiten. Ihr heutiger Jahresverbrauch ist dafür ein wichtiger Ausgangspunkt - aber keine feste Obergrenze.
Was die Größe einer PV-Anlage beschreibt
Die Anlagenleistung wird meist in Kilowattpeak, kurz kWp, angegeben. Gemeint ist die Nennleistung der Module unter festgelegten Testbedingungen. Sie ist keine garantierte Dauerleistung und keine jährliche Strommenge.
z.B.: 20 Module mit jeweils 450 Wattpeak ergeben zusammen 9.000 Wattpeak, also 9 kWp. Das ist eine Rechenhilfe, keine Empfehlung für diese Modulzahl oder Leistungsklasse. Wie viele Kilowattstunden die Anlage erzeugt, hängt von ihrem Standort und ihrer Ausführung ab.
Warum der Jahresverbrauch allein nicht reicht
Angenommen, Ihr Haushalt benötigt 6.000 Kilowattstunden im Jahr und eine Anlage erzeugt im selben Zeitraum ebenfalls 6.000 Kilowattstunden. Daraus folgt nicht, dass Sie keinen Strom mehr beziehen müssen. Erzeugung und Bedarf können zu unterschiedlichen Tages- und Jahreszeiten auftreten.
Für die Auslegung betrachten wir deshalb auch Ihren Alltag: Wann sind Sie zu Hause? Wann werden größere Geräte genutzt? Ist ein Elektroauto geplant, und wie häufig würden Sie es zu Hause laden? Solche Unterschiede verändern, wie viel Solarstrom Sie unmittelbar nutzen können.
Geeignete Dachfläche sinnvoll nutzen
Unsere Planung endet nicht automatisch an der Größe, die rechnerisch zum bisherigen Jahresverbrauch passt. Wir betrachten auch, welchen zusätzlichen Nutzen weitere geeignete Dachflächen bieten können.
Die HTW Berlin untersuchte bereits 2019, warum eine Begrenzung allein nach dem Eigenverbrauch zu kurz greifen kann. Die damaligen Preis- und Rechtsannahmen sind keine aktuelle Wirtschaftlichkeitszusage; der Nutzen zusätzlicher Fläche wird heute mit den konkreten Projektbedingungen bewertet.
Das bedeutet nicht, dass jede freie Ecke belegt werden muss. Stark verschattete Bereiche, schwierige Befestigungen oder unverhältnismäßiger Zusatzaufwand können gegen einzelne Flächen sprechen. Sinnvoll ist die Fläche, deren technische Voraussetzungen und erwarteter Nutzen zusammenpassen.
Mehr Module und ein größerer Speicher sind zwei Entscheidungen
Eine größere PV-Anlage braucht nicht automatisch einen im gleichen Verhältnis größeren Speicher. Die Module bestimmen das Erzeugungspotenzial; der Speicher soll einen passenden Teil der Energie zeitlich verschieben. Dafür müssen Ladeüberschuss, späterer Verbrauch und gewünschte Zusatzfunktionen zusammenpassen.
Auch Wechselrichter, elektrische Anlage und Netzanschluss werden auf das Projekt abgestimmt. Die kWp-Zahl auf dem Angebot allein beschreibt daher noch nicht, was das Gesamtsystem leisten kann.
Varianten nachvollziehbar vergleichen
Bei der Entscheidung stellen wir geeignete Belegungsvarianten gegenüber. Dabei zählen Investition, erwartete Erzeugung, selbst nutzbare Energie und mögliche Einspeisung. Künftige Verbraucher werden als nachvollziehbare Annahme berücksichtigt, nicht als beliebiger Zuschlag.
Eine Ertragsberechnung kann die Entscheidung unterstützen. Sie arbeitet jedoch mit Wetterdaten, Systemannahmen und Verlusten. PVGIS weist neben Jahreswerten auch monatliche Ergebnisse und Schwankungen zwischen den Jahren aus. Eine Prognose bleibt deshalb eine begründete Erwartung, keine zugesicherte Strommenge.
Die passende Größe beginnt mit Ihrem Gebäude
Bei NB Concept klären wir zuerst, welche Flächen geeignet sind, wie Sie Strom nutzen und was sich künftig verändern könnte. Daraus entsteht eine Anlagenempfehlung mit nachvollziehbaren Voraussetzungen.
Wann ist ein Stromspeicher sinnvoll - und welche Größe passt?
Ein Stromspeicher macht Solarstrom auch dann nutzbar, wenn Ihre Anlage gerade weniger erzeugt, als Sie verbrauchen. Die passende Größe hängt davon ab, wann Strom übrig bleibt, wann Sie ihn benötigen und welche Aufgaben das System übernehmen soll.
Was ein Speicher im Alltag verändert
Tagsüber erzeugt Ihre Photovoltaikanlage möglicherweise mehr Strom, als im Haus gerade gebraucht wird. Ein Speicher kann einen Teil dieses Überschusses aufnehmen und später wieder abgeben – beispielsweise am Abend. So kann er Netzbezug verringern. Bei der Speicherung entstehen allerdings Verluste; nicht die gesamte aufgenommene Energie kommt später bei Ihren Geräten an.
Wie die passende Größe entsteht
Für die Nutzung eigenen Solarstroms betrachten wir vier Fragen:
- Wie viel Überschuss steht zum Laden zur Verfügung?
- Wie viel Strom benötigen Sie später, etwa abends und nachts?
- Wie verändern sich Erzeugung und Verbrauch über das Jahr?
- Welche zusätzlichen Aufgaben soll der Speicher erfüllen?
Eine pauschale Zuordnung allein nach der Leistung Ihrer PV-Anlage reicht dafür nicht. Auch die HTW Berlin empfiehlt, Erzeugungsanlage und Verbrauch gemeinsam zu berücksichtigen. Wächst die Batterie, ohne dass genügend Ladeenergie oder späterer Bedarf vorhanden ist, nimmt der zusätzliche Nutzen ab.
Kapazität und Leistung: zwei unterschiedliche Eigenschaften
Kilowattstunden, kurz kWh, beschreiben den Energievorrat. Kilowatt, kurz kW, beschreiben die Leistung: also wie viel Energie das System in einer bestimmten Zeit abgeben oder aufnehmen kann.
Deshalb sagt eine große Kapazität allein noch nicht, welche Geräte gleichzeitig versorgt werden können. Beim Vergleich zählen außerdem die tatsächlich nutzbare Energie und die Bedingungen, unter denen sie angegeben wird.
Ein Elektroauto verändert die Betrachtung
Ein zusätzliches Elektroauto erhöht den Strombedarf. Wie stark dadurch der Hausspeicher beansprucht wird, hängt aber auch von Fahrten und Ladezeiten ab. Wer tagsüber zu Hause lädt, hat andere Voraussetzungen als jemand, dessen Fahrzeug erst spät abends zurückkehrt.
Was für die Wirtschaftlichkeit zählt
Für einen nachvollziehbaren Vergleich betrachten wir die PV-Anlage mit und ohne Speicher. Wir prüfen, welche Stromkosten sich durch weniger Netzbezug zusätzlich vermeiden lassen. Dem stehen Speicherkosten und eine gegebenenfalls entgangene Einspeisevergütung gegenüber. Speicherverluste verringern die verfügbare Energie. Anschaffung, Installation, Betrieb und ein möglicher späterer Ersatz fließen in die Rechnung ein.
Dabei unterscheiden sich Systeme auch im Eigenverbrauch der Technik, in der Regelung und im Wirkungsgrad. Eine hohe Eigenversorgung allein beantwortet deshalb noch nicht, ob sich eine bestimmte Speicherlösung finanziell rechnet.
Ersatzstrom muss ausdrücklich vorgesehen sein
Ein Stromspeicher versorgt Ihr Haus bei einem Netzausfall nicht automatisch weiter. Dafür muss das Gesamtsystem geeignet sein – einschließlich Wechselrichter, sicherer Netztrennung und der zu versorgenden Stromkreise. Je nach Lösung wird manuell oder automatisch umgeschaltet. Welche Verbraucher wie lange weiterlaufen können, hängt von Leistung, verfügbarer Energie und Ausführung ab.
Entscheidend ist die passende Aufgabe
Ein Speicher kann ein sinnvoller Baustein Ihres Energiesystems sein. Seine Größe sollte zu Ihrem Alltag und Ihren Zielen passen. Mehr selbst genutzter Solarstrom, Vorsorge für einen Stromausfall und spätere zusätzliche Verbraucher sind dabei unterschiedliche Anforderungen.
Bei NB Concept betrachten wir deshalb Photovoltaik, Speicher und Verbrauch gemeinsam. Im Gespräch klären wir, was Sie erreichen möchten und welche Lösung dafür sinnvoll ist.
Eigenverbrauch und Autarkie: Was ist der Unterschied?
Eigenverbrauch beschreibt, wie viel Ihres erzeugten Solarstroms Sie selbst nutzen. Autarkie beschreibt, wie viel Ihres Strombedarfs Sie damit decken. Beide Kennzahlen helfen bei der Einordnung einer Photovoltaikanlage – sie beantworten aber unterschiedliche Fragen.
Zwei Perspektiven auf dieselbe Anlage
Der Eigenverbrauchsanteil schaut auf die Erzeugung: Welcher Anteil des Solarstroms bleibt zur Nutzung vor Ort, statt ins öffentliche Netz eingespeist zu werden?
Der Autarkiegrad schaut auf den Bedarf: Welcher Anteil Ihres Stromverbrauchs wird durch eigenen Solarstrom gedeckt - unmittelbar oder nach Zwischenspeicherung?
Warum der Zeitpunkt entscheidend ist
Wenn mittags Solarstrom übrig bleibt, abends aber Strom fehlt, passt die Erzeugung zeitlich nicht zum Bedarf. Ein geeigneter Speicher kann Energie zwischen diesen Zeiten verschieben. Dabei entstehen Verluste: Nicht jede Kilowattstunde, die hineinfließt, kommt später wieder bei den Verbrauchern an.
Auch verschiebbare Aufgaben können helfen, etwa das Laden eines angeschlossenen Elektroautos während sonniger Stunden. Das muss zu Ihrem Alltag passen. Ein hoher Jahresertrag allein sagt nicht, wie viel davon Sie tatsächlich selbst nutzen können.
Eine hohe Quote ist nicht das einzige Ziel
Eine kleine Anlage kann einen hohen Eigenverbrauchsanteil erreichen und trotzdem nur wenig Strombedarf decken. Umgekehrt kann eine größere Anlage mehr nutzbaren Solarstrom liefern, obwohl ihre Eigenverbrauchsquote sinkt. Entscheidend sind deshalb auch die tatsächlichen Energiemengen, Kosten und Ihr künftiger Bedarf.
Autarkie ist außerdem keine Zusage für Strom bei Netzausfall. Dafür braucht das System eine ausdrücklich vorgesehene Ersatzstromfunktion.
Bei NB Concept betrachten wir die Kennzahlen gemeinsam mit Ihrem Verbrauch und den Möglichkeiten des Gebäudes. Ziel ist ein nachvollziehbares Konzept, nicht eine möglichst hohe Prozentzahl um jeden Preis.
Funktioniert meine Photovoltaikanlage bei Stromausfall?
Nicht automatisch. Eine gewöhnliche netzgekoppelte Photovoltaikanlage stellt bei einem Netzausfall ihre Einspeisung ein. Damit ausgewählte Geräte oder das Haus weiter versorgt werden, muss eine passende Ersatzstromlösung ausdrücklich vorgesehen sein. Ein Batteriespeicher allein genügt dafür nicht.
Warum auch bei Sonnenschein Strom fehlen kann
Im normalen Betrieb arbeitet der Wechselrichter zusammen mit dem öffentlichen Stromnetz. Fällt dieses aus, darf die Anlage ein abgeschaltetes Netz nicht unkontrolliert weiter versorgen. Für den eigenständigen Betrieb braucht sie dafür geeignete Technik.
Bei einer Ersatzstromversorgung werden die vorgesehenen Stromkreise sicher vom öffentlichen Netz getrennt. Ein geeigneter Wechselrichter stellt dann die Versorgung vor Ort her. Welche Batterie, Umschalteinrichtung und Installation dafür nötig sind, hängt vom konkreten System ab.
Was soll bei einem Ausfall weiterlaufen?
Für die Planung ist diese Frage wichtiger als die Bezeichnung „Notstrom“ oder „Backup“ allein:
- Sollen einzelne Geräte an einem vorgesehenen Ausgang versorgt werden?
- Sollen ausgewählte Stromkreise weiterarbeiten?
- Soll das Hausnetz grundsätzlich versorgt werden, innerhalb der verfügbaren Leistung?
Licht und Kühlschrank stellen andere Anforderungen als Wärmepumpe, Herd oder Autoladung. Auch wenn das Hausnetz angeschlossen bleibt, können nicht zwangsläufig alle Geräte gleichzeitig laufen.
Es gibt zudem besondere Lösungen, die einen vorgesehenen Ausgang bei ausreichender Sonne ohne Batterie versorgen. Das ist keine Versorgungsgarantie für die Nacht.
Wie lange reicht ein Speicher?
Das hängt von der bei Ausfall verfügbaren Energie und dem tatsächlichen Verbrauch ab. Die aufgedruckte Speicherkapazität ist nicht automatisch der nutzbare Energievorrat für diesen Moment.
Ein vereinfachtes Beispiel: Nach Berücksichtigung von Reserven und Verlusten stehen an den Verbrauchern 4 Kilowattstunden zur Verfügung. Bei konstant 400 Watt Bedarf reichen sie rechnerisch zehn Stunden. Bei konstant 2.000 Watt sind es zwei Stunden. Dabei nehmen wir an, dass keine neue Solarenergie hinzukommt.
Zusätzlich muss die Anlage die benötigte Leistung einschließlich kurzfristiger Anlaufspitzen liefern können. Die Rechnung ist eine Veranschaulichung, keine Zusage für ein bestimmtes Gerät oder Haus.
Automatisch ist nicht dasselbe wie unterbrechungsfrei
Je nach Lösung erfolgt die Umschaltung manuell oder automatisch. Auch eine automatische Umschaltung kann eine Unterbrechung verursachen. Für empfindliche oder kritische Geräte muss gesondert geprüft werden, ob die Versorgung ausreicht oder eine passende unterbrechungsfreie Stromversorgung, kurz USV, erforderlich ist. Eine allgemeine Backup-Angabe beantwortet das nicht.
Reserve und Nachladung gehören zum Konzept
Eine zurückgehaltene Batteriereserve kann beim nächsten Ausfall helfen. Dieser Anteil steht im Alltag entsprechend weniger für andere Aufgaben zur Verfügung. Ob während des Ausfalls Solarstrom nachgeladen werden kann und wie das System nach einer leeren Batterie wieder startet, muss ausdrücklich geklärt werden. Nicht jeder zusätzliche PV-Wechselrichter arbeitet im Ersatzstromnetz mit.
Bei NB Concept klären wir zuerst, welche Verbraucher Ihnen bei einem Ausfall wichtig sind. Darauf werden Technik, Reserve und versorgte Stromkreise abgestimmt. Eingriffe in die elektrische Anlage gehören in die Hände eines Elektrofachbetriebs.
Das Elektroauto mit eigenem Solarstrom laden
Mit einer passenden Ladelösung kann Ihr Elektroauto Solarstrom nutzen, der im Haus gerade nicht benötigt wird. Wie gut das im Alltag funktioniert, hängt vor allem davon ab, wann das Auto angeschlossen ist, wie viel Energie Sie brauchen und wie die Ladung gesteuert wird.
Was PV-Überschussladen bedeutet
Beim Überschussladen richtet sich die Ladeleistung nach dem gerade verfügbaren Solarüberschuss. Steigt der Verbrauch im Haus oder zieht eine Wolke auf, kann das System die Autoladung reduzieren oder pausieren. Reale Anlagen reagieren dabei nicht vollkommen verzögerungsfrei.
Dafür müssen Messung, Steuerung und Wallbox zusammenarbeiten. Entscheidend ist nicht nur, dass eine Ladestation mit „PV-fähig“ beworben wird, sondern welche Zusatzgeräte und Verbindungen in Ihrer Anlage erforderlich sind.
„Mit Sonne“ ist nicht immer „nur mit Sonne“
Je nach Einstellung ergänzt die Ladestation fehlenden Solarstrom aus dem Netz oder wartet auf mehr Überschuss. Beim üblichen AC-Laden gibt es zudem eine Mindestladeleistung. Bei 6 Ampere und vereinfacht 230 Volt sind es rund 1,4 Kilowatt einphasig beziehungsweise 4,1 Kilowatt dreiphasig. Fahrzeuge können abweichende Anforderungen haben.
Eine geeignete automatische Umschaltung zwischen ein- und dreiphasigem Laden kann kleinere Überschüsse nutzbar machen. Sie muss von der konkreten Technik unterstützt werden. Im Beispiel mit 4 Kilowatt wäre daher nicht jede dreiphasig ladende Kombination bereits für reine Solarstromladung geeignet.
Ihr Alltag bestimmt den Nutzen
Ein Auto, das regelmäßig tagsüber zu Hause steht, hat andere Voraussetzungen als ein Pendlerfahrzeug, das erst abends zurückkehrt. Auch Wochenenden und der gewünschte Ladezustand zur nächsten Abfahrt zählen.
Reicht die Sonne bis zur geplanten Abfahrt nicht, muss entweder Netzstrom ergänzen oder das Ladeziel angepasst werden. Ein Hausspeicher ist für direktes solares Laden nicht grundsätzlich nötig. Ist einer vorhanden, sollte seine Beteiligung bewusst eingestellt sein: Soll er das Auto mitversorgen oder Energie für den Abend im Haus zurückhalten?
Überschussladen und Lastmanagement ergänzen sich
Überschussladen orientiert sich am Solarangebot. Dynamisches Lastmanagement berücksichtigt zusätzlich den wechselnden Bedarf am Hausanschluss und begrenzt die Autoladung entsprechend. Dafür sind geeignete Messung und Regelung erforderlich. Eine hohe angegebene Wallbox-Leistung ersetzt diese Abstimmung nicht.
Bei NB Concept betrachten wir Fahrzeug, Ladezeiten, Photovoltaik, Speicher und Anschluss gemeinsam. So entsteht eine Ladelösung, die zu Ihren Fahrten und Ihrem Zuhause passt. Die elektrische Auslegung und Installation übernimmt ein Elektrofachbetrieb.




